Predigt über 1 Kor 15:54b – 5

„Der Tod ist verschlungen in den Sieg. Tod, wo ist dein Stachel ? Hölle, wo ist
dein Sieg ?“

Liebe Gemeinde,

Volkstrauertag. Das ist in Deutschland ein kalter Novembertag, wo sich die Honarationen der Stadt am Kriegerdenkmal versammeln, um der Gefallenen zu gedenken. Es ist wie immer. Es scheint, als sei die Zeit stehen geblieben. Es spielt eine Blechbläsergruppe und alle starren auf das Denkmal, den Kranz und die Gräber, auf denen meist nur Kreuze stehen. Volkstrauertag.
Treffen bei den Kreuzen, die einem so merkwürdig vertraut und fremd zugleich anmuten. Das fällt besonders in einer Zeit auf, in der man den Tod möglichst geräuschlos und unauffällig verhandeln möchte – und auch das nur dann, wenn es gar nicht mehr anders geht.

Unser Bibeltext spricht vom Tod Jesu. Der, der gesagt hat: Ich bin das Leben, stirbt nun selber. Das leuchtet wahrlich nicht von selbst ein. Eher nennt man das ein Scheitern einer Mission. Aber immer wieder gab es Menschen, die gerade das als einen Sieg bezeichnet haben.

Einer von diesen war der Apostel Paulus. Einer, der eine zeitlang alle seine Energie darauf verwendet hatte, den Anhängern Jesu das Leben schwer zu machen. Wo er sie fassen konnte, veranlasste er ihre Überstellung an das Religionsgericht, weil sie seiner Meinung nach Gott spotteten, wenn sie ihren Jesus verehrten.

Genau diesem Paulus begegnet der lebende Christus und zeigt ihm, dass sein Tod nicht das Ende war. Diese Begegnung mit einem Auferstandenen bewegte diesen Religionshüter so sehr, dass er für den Rest seines Lebens damit beschäftigt war, immer wieder neu die Bedeutung des Todes Jesu seinen jeweiligen Zuhörern und Lesern zu übersetzen. In seinem großen Kapitel über das Leben im ersten Brief an die Gemeinde in Korinth deutet Paulus den Tod Jesu mit einem Bild aus der Tierwelt: „Der Tod ist verschlungen in den Sieg. Tod, wo ist dein Stachel ? Hölle, wo ist dein
Sieg ?“

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