“Dieses Kinderbuch, weißt du noch? Kommt es mit nach Nairobi oder auf den Bücherflohmarkt, oder doch in die Erinnerungskiste, die hier in Deutschland bleibt?”

Der Spediteur klingelt und nach einer Stunde atmen wir erleichtert auf: es passt alles in den Container hinein.

Bevor wir abreisen wollen wir auf jeden Fall noch einmal mit allen ins Prütt, in unser vegetarisches Lieblingsrestaurant und nach Borkum, auf „unsere“ Insel.

“Hast du die Mail wegen der Impfung schon gelesen und beantwortet?”

“Ob der alte Hund Max noch lebt, wenn wir ankommen? Ich möchte ihn so gerne streicheln.” (Freya).

“Schade, dass der Toyota kein Display hat, aber ich bin gespannt, wie es ist, mit diesem alten SUV durch Nairobi zu fahren.” (Falk)

Wir sind mittendrin im Abenteuer Aufbruch. Es macht Freude den vielen interessierten Menschen hier die Fotos von unserem neuen Zuhause in Nairobi zu zeigen und davon zu erzählen.

Viele Dinge mache ich beruflich gerade jetzt hier zum letzten Mal, z.B. die Konfirmationen, das Treffen mit den Hauptamtlichen, die Andacht in der Wohnstätte für Menschen mit geistiger Behinderung.

Die verbleibende Zeit ist knapp bemessen. Abschiede stehen an und wollen gestaltet und gelebt werden. Der Gemeindebrief unter der Themenstellung „Tapetenwechsel“ und mit Artikeln zum Abschied wird gerade verteilt. Einzelkontakte sind terminiert, letzte Treffen mit Gruppen und Kreisen stehen an. Die Einladungen für den Abschied in der Kirchengemeinde am 7. Juli und die für unsere private Abschiedsfeier am Samstag danach sind raus. Und im privaten Terminkalender stehen schöne Treffen mit Freunden und Familie.

Es ist eine Zeit der Ernte, es gibt viele wertvolle Begegnungen und Gespräche, in denen noch einmal etwas nachklingt von Geschichten, Erlebnissen und Spuren. Manch Leichtes und Schweres wird noch einmal berührt und geteilt.

Und die Gedanken gehen immer öfter in Richtung Nairobi. Nicht mehr nur davon reden, sondern endlich dort ankommen. Den Menschen persönlich begegnen, die gerade jetzt so viel für die Gemeinde und für unsere Ankunft tun. Gemeinsam Gemeinde gestalten, endlich zusammenarbeiten und miteinander Kirche erleben, und erfahren, wie das ist.

Pastor Hartmut Hawerkamp